Die Mutter eines Kindes ist die Frau, die es geboren hat. Vater im Rechts­sinne ist derjenige,

  • der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter verheiratet war oder
  • der die Vaterschaft anerkannt hat oder
  • dessen Vaterschaft gerichtlich festgestellt wird.

Mutter- und Vater­schaft können auch durch Adoption eines Kindes begründet werden.

Die Vater­schaft anfechten können:

  1. der Mann, der zum Zeitpunkt der Geburt mit der Mutter des Kindes verheiratet ist,
  2. der Mann, der die Vaterschaft anerkannt hat,
  3. der Mann, der eidesstattlich versichert, der Mutter des Kindes während der Empfängniszeit beigewohnt zu haben (sog. „biologischer Vater“),
  4. die Mutter und
  5. das Kind.

Für die Anfechtung der Vater­schaft gibt es eine Frist von zwei Jahren, die frühe­stens mit der Geburt des Kindes beginnt. Sie läuft für jeden Anfech­tungs­be­rech­tigten ab dem Zeitpunkt, ab dem er Kenntnis von den Umständen hat, die gegen die Vater­schaft sprechen. Hat der Vertreter eines minder­jäh­rigen Kindes nicht recht­zeitig angefochten, so kann das Kind nach Erreichen der Volljäh­rigkeit die Vater­schaft selbst noch anfechten.

Die Feststellung, dass jemand nicht der wirkliche Vater ist kann nur durch ein Gericht erfolgen. Sie führt zwangs­läufig zur Beendigung aller recht­lichen Bezie­hungen (Unter­halts­pflichten, Erbrecht) zwischen dem Kind und dem Vater.

Das Bundes­ver­fas­sungs­ge­richt hat vor einigen Jahren in einem Urteil festge­stellt, dass die Verwertung heimlich einge­holter Abstam­mungs­gut­achten im gericht­lichen Verfahren nicht zulässig ist, da ein solches Gutachten das Recht des betrof­fenen Kindes auf infor­melle Selbst­be­stimmung verletzt. Ohne Zustimmung der Kindes­mutter zu einem geneti­schen Abstam­mungs­gut­achten wäre damit die reine Feststellung der Vater­schaft faktisch unmöglich geworden. Um diesen Missstand zu besei­tigen, hat der Gesetz­geber zum 01.04.2008 ein Gesetz verab­schiedet, mit dem dem Kindes­vater, ebenso wie dem Kind selbst und der Mutter, die reine Feststellung der Vater­schaft ermög­licht wird. Nach diesem Gesetz besteht ein Anspruch auf Durch­führung eines Abstam­mungs­gut­achtens. Ergibt das Gutachten, dass der nach dem Gesetz als Vater geltende Mann nicht der biolo­gische Vater des Kindes ist, bedeutet dies nicht automa­tisch, dass seine Vater­schaft zu diesem Kind aufge­hoben ist. Wenn ein solches Ergebnis erreichen werden soll, muss weiterhin ein Anfech­tungs­ver­fahren einge­leitet werden.