Seit 1995 gibt es den Fachanwalt für Famili­en­recht als Ausweis einer beson­deren Qualität des Anwalts/der Anwältin auf dem Gebiet des Famili­en­rechts. Es handelt sich um eine Bezeichnung, die ein Rechts­anwalt nach einer aufwän­digen Fortbildung mit geson­derten Leistungs­prü­fungen erlangen kann.

Über den Antrag auf die Führung der Fachan­walts­be­zeichnung entscheidet die für den Anwalt zuständige Rechts­an­walts­kammer. Den Antrag kann stellen, wer in den letzten sechs Jahren mindestens drei Jahre als Rechts­anwalt zugelassen und tätig war.

Die weiteren Voraus­set­zungen sind eine erfolg­reiche Teilnahme an einem Fachan­waltskurs mit mindestens 120 Stunden und mindestens drei Leistungs­kon­trollen (Klausuren) sowie die eigen­ständige Bearbeitung von mindestens 120 Fällen im Famili­en­recht in den letzten drei Jahren vor der Antrag­stellung. Hierbei müssen mindestens die Hälfte davon gericht­liche Verfahren sein.

Die im Fachkurs zu lernenden Fachge­biete sind in der Fachan­walts­ordnung aufge­zählt.

Über den Antrag befindet ein Vorprü­fungs­aus­schuss der zustän­digen Rechts­an­walts­kammer, der auch ein Fachge­spräch mit dem/der antrag­stel­lenden Anwalt/Anwältin anordnen kann.

Wer eine Fachan­walts­be­zeichnung führt, muss jährlich auf diesem Gebiet wissen­schaftlich publi­zieren oder an einer anwalt­lichen Fortbil­dungs­ver­an­staltung dozierend oder hörend teilnehmen. Die Gesamt­dauer der Fortbildung darf 15 Zeitstunden jährlich (Stand: 1.1.2015) nicht unter­schreiten. Neu ist seit dem 1.1.2015, dass von den 15 Zeitstunden bis zu fünf Zeitstunden im Wege des Selbst­stu­diums absol­viert werden können, sofern eine Lerner­folgs­kon­trolle erfolgt (§ 15 Abs. 4 FAO).

Nähere Informationen finden Sie auf den Internetseiten der Rechtsanwaltskammern Ihres Gerichtsbezirks.