Wer­den Sie mit ei­nem fa­mi­­li­en­recht­­li­chen Kon­flikt kon­fron­tiert, tau­chen plötz­lich ei­ne Viel­zahl von Fra­gen auf. Dies gilt ins­be­­son­­de­re bei ei­ner Tren­­nungs- oder Schei­­dungs­­­si­tua­tion. Sind Sie un­si­cher, wie Sie sich ver­hal­ten sol­len, ist an­wal­t­­li­cher Rat ge­fragt. Da­mit ver­bun­den sind die Kos­ten ei­ner Be­ra­tung oder Ver­tre­tung durch den An­wa­lt. Sie soll­ten sich des­halb nicht scheu­en, be­reits bei der An­mel­dung nach den Kos­ten des Be­ra­tungs­­­ge­sprä­ches zu fra­gen. Von den Rechts­an­walts­fach­an­­ge­­stell­ten er­hal­ten Sie die Mit­tei­lung, dass die Be­ra­tungs­­­kos­ten zwar vom Um­fang und der Schwie­­rig­keit ab­hän­gen. Für die Erst­­be­ra­tung sind aber höchs­tens 190,00 € zu­züg­lich ge­setz­­li­cher Um­satz­s­teu­er zu zah­len. Über wei­te­re Ge­büh­ren in­for­­miert der An­walt im Rah­men des Be­ra­tungs­­­ge­sprä­ches.

Wich­tig für Sie ist zu­nächst, dass die Ge­büh­ren des Rechts­an­wal­tes eben­so wie die Kos­ten des Ge­rich­tes nach ei­nem Ge­gen­­stands- oder Ver­fah­rens­wert be­rech­net wer­den. Es han­delt sich um ge­setz­­li­che Ge­büh­ren, die sich aus dem Rechts­an­walts­­ver­­­gü­tungs­­­ge­setz (RVG) und dem Ge­setz über Ge­richts­­kos­ten in Fa­mi­­li­en­sa­chen (FamGKG) er­ge­ben.

Wei­t ver­brei­tet ist die An­nah­me, der Ge­gen­­stands- oder Ver­fah­rens­wert sei der zu zah­len­de Be­trag. Das ist falsch! Er ist le­dig­lich die Grund­la­ge für die Kos­ten- und Ge­büh­ren­­be­rech­nung. Die Hö­he der je­wei­­li­gen Ge­bühr er­gibt sich aus Ta­bel­len des je­wei­­li­gen Ge­set­zes.

Bei­spiel: Bei ei­nem Ge­gen­stands­wert von 5.000,00 € be­trägt ei­ne An­walts­ge­bühr für ei­ne durch­schnitt­li­ch schwie­ri­ge und nicht sehr auf­wän­di­ge Tä­tig­keit 393,90 €. Sie kann für ei­ne ein­fa­che Sache nied­ri­ger, für ei­ne um­fang­rei­che und schwie­ri­ge An­ge­le­gen­heit al­ler­dings auch hö­her aus­fal­len.

Un­ter­­schie­den wer­den muss zwi­schen an­wal­t­­li­chen Ge­büh­ren au­ßer­halb und im Rah­men ei­nes Ge­richts­­ver­­fah­rens. In­so­weit ent­s­te­hen un­ter­­schie­d­­li­che Ge­büh­ren. Ist der An­walt in der sel­ben Sa­che zu­nächst au­ßer­­ge­richt­lich und spä­ter ge­richt­lich tä­tig, er­folgt ei­ne teil­wei­se An­rech­nung der au­ßer­­ge­richt­lich ent­stan­­de­nen Ge­bühr.

Fa­mi­­li­en­­kon­f­lik­te sind häu­fig sehr kom­plex. Was sich für Sie als ei­ne An­ge­le­­gen­heit dar­stellt, ist recht­lich oft zu tren­nen. Das führt da­zu, dass in un­ter­­schie­d­­li­chen An­ge­le­­gen­hei­ten se­pa­rat Ge­büh­ren ent­s­te­hen, die zu ei­ner Er­hö­hung der Ge­sam­t­­kos­ten füh­ren. Da­rü­ber soll­te früh­­zei­tig mit dem An­walt ge­spro­chen wer­den.

Zur um­fas­­sen­den In­for­­ma­tion ge­hört auch, wel­cher Ge­gen­­stands- oder Ver­fah­rens­wert den Be­rech­­nun­gen zu­grun­de liegt. Maß­ge­bend für die An­walts­­ge­­büh­ren sind die Vor­schrif­ten des Ge­set­zes über Ge­richts­­kos­ten in Fa­mi­­li­en­sa­chen.

Au­ßer­halb der ge­setz­­li­chen Ge­büh­ren be­steht die Mög­lich­keit, mit dem An­walt ei­ne Ver­ein­­ba­rung über die zu zah­len­de Ver­gü­tung zu schlie­ßen. Al­ler­­dings kann nur für au­ßer­­ge­richt­­liche Tä­tig­kei­ten ei­ne ge­rin­­ge­re, als die ge­setz­­li­che Ge­bühr, ver­ein­bart wer­den.