Schei­dungs­kos­ten­rechner

Sowohl die Gerichts­kosten als auch die Anwaltsgebühren berechnen sich nach einem Verfah­renswert. Dieser wird auf der Grundlage des Gesetzes über Gerichts­kosten in Famili­en­sachen (FamGKG) ermittelt und vom Gericht festge­setzt.

In die Berechnung werden die Ehescheidung und die damit im Zusam­menhang stehenden Folge­sachen einbe­zogen. Gesetzlich vorge­schrieben ist die Durchführung des Versor­gungs­aus­gleiches, er ist Bestandteil des Eheschei­dungs­ver­fahrens. Ob weitere Folge­sachen, wie z. B. der Ehegat­ten­un­terhalt oder der Zugewin­n­aus­gleich, ebenfalls einbe­zogen werden, hängt von den Anträgen der Eheleute ab.

Für die Ehescheidung gelten folgende Grundsätze zur Berechnung des Verfah­rens­wertes.

Maßgebend sind die Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Ehegatten. Hinsichtlich der Einkünfte wird das dreifache monat­liche Netto­ein­kommen beider Ehegatten zugrunde gelegt. Verfügen sie über wesent­liche Vermögenswerte, wie z. B. eine Immobilie, kann deren Wert mit einem bestimmten Prozentsatz einbe­zogen werden. Verbind­lich­keiten sind jedoch abzuziehen. Außerdem werden für jeden Ehegatten Freibeträge vom Wert des Vermögensge­gen­standes in Abzug gebracht. Die Freibeträge werden von den Gerichten unter­schiedlich angesetzt. Sie schwanken zwischen 15.000,00 und 60.000,00 € pro Ehegatten.

Die Höhe des Prozent­satzes wird ebenfalls nicht einheitlich von den Gerichten angewandt. Zumeist gehen sie von 2 - 5 % aus.

Verfügen die Ehegatten über eine Immobilie im Wert von 200.000,00 €, die mit 60.000,00 € belastet ist, gehen in die Berechnung zunächst 140.000,00 € ein. Nach Abzug der Freibeträge i. H. v. 30.000,00 € pro Ehegatten verbleiben 80.000,00 €. Hiervon werden 3 % in die Berechnung des Verfah­rens­wertes einbe­zogen, d. h. 2.400,00 €. 

Werden die Einkom­mensverhältnisse der Ehegatten auch durch Unter­halts­pflichten zugunsten gemein­samer Kinder beein­flusst, ist dies ebenfalls zu berücksich­tigen. Das Kindergeld erhöht das Einkommen. Zugleich nehmen die Gerichte zumeist einen pauschalen Abzug i. H. v. 200,00 - 250,00 € pro Kind vor.

Der Verfah­renswert für den Versor­gungs­aus­gleich wird zum einen vom dreifachen monat­lichen Netto­ein­kommen der Ehegatten und zum anderen von der Anzahl der Anrechte auf Alters­ver­sorgung bestimmt. Für jedes Anrecht werden 10 % des zusam­men­ge­rech­neten dreifachen monat­lichen Netto­ein­kommens berechnet. Vermögenswerte sowie Zu- und Abschläge für Kinder spielen keine Rolle. Mindestens beträgt der Verfah­renswert für den Versor­gungs­aus­gleich 1000 Euro. Das gilt auch bei einem Ausschluss durch einen notari­ellen Vertrag.

Nach der gesetz­lichen Bestimmung trägt jeder Ehegatte die Kosten seines Anwaltes selbst, die Gerichts­kosten werden hälftig geteilt. Abwei­chende Verein­ba­rungen sind möglich.

Netto­ein­kommen Ehefrau 1.500,00 €, Netto­ein­kommen Ehemann 2.500,00 €, 2 Kinder, keine Vermögenswerte

Verfahrenswert Ehescheidung:

1.500,00 € + 2.500,00 € = 4.000,00 €
2 x Kindergeld 380,00 €
Abzug 2 x Unterhaltsaufwand für die Kinder (à 200,00 €) 400,00 €
vebleiben 3.980,00 € x 3 Mon. = 11.940,00 €

 

Ver­sor­gungs­aus­gleich:

Ehefrau 2 Anrechte auf Alters­ver­sorgung (gesetz­liche Renten­ver­si­cherung und private Alters­ver­sorgung)

Ehemann 2 Anrechte auf Alters­ver­sorgung (gesetz­liche Renten­ver­si­cherung und betrieb­liche Alters­ver­sorgung)

insgesamt 4 Anrechte 

 

Berechnung des Verfah­rens­wertes:

dreifaches monat­liches Netto­ein­kommen 4.000,00 € x 3 Monate 12.000,00 €

4 Anrechte à 10 % = 40 % entspricht 4.800,00 €

 

Verfahrenswerte:

Ehe­schei­dung 11.940,00 €
Versorgungsausgleich 4.800,00 €
Summe 16.740,00 €

 

Gebühren eines Rechtsanwaltes 2.094,40 €
Gerichtskosten insgesamt 638,00 €, hiervon trägt jeder Ehegatte 319,00 €

Wenn der Versorgungsausgleich wirksam ausgeschlossen wurde, geben Sie in das Feld eine Null ein. In diesem Fall entfällt der Mindestbetrag des Verfahrenswertes von 1.000 Euro.
In allen anderen Fällen tragen Sie hier die Anzahl der vorhandenen Versorgungen beider Ehegatten ein.
Beispiele: Haben beispielsweise beide Ehegatten jeweils nur Anrechte in der gesetzlichen Rentenversicherung, tragen Sie eine 2 ein, hat einer der Ehegatten auch Anrechte aus einer betrieblichen Altersvorsorge, tragen Sie bitte eine 3 ein, existiert daneben noch bei beiden Ehegatten jeweils eine Riesterrente, tragen Sie bitte eine 5 ein.