Jeder Elternteil hat ein Recht, aber auch die Pflicht auf Umgang mit dem Kind. Das kann nur (gerichtlich) ausge­schlossen werden, wenn es zum Wohl des Kindes erfor­derlich ist. Das Kind selbst hat ebenfalls ein Recht auf Umgang mit jedem Elternteil.

Ein Recht auf Umgang haben aber grund­sätzlich auch:

  1. die Großeltern des Kindes,
  2. die Geschwister des Kindes,
  3. enge Bezugspersonen, die für das Kind tatsächliche Verantwortung tragen oder getragen haben („sozial-familiäre Beziehung“).

Dieses gilt aber nur, wenn dieser Umgang dem Wohl des Kindes dient.

Hat das Kind Bindungen an andere Personen, so sollen Eltern diesen Umgang fördern, wenn dies für das Kind wichtig ist und seinem Wohl entspricht.
Das Umgangsrecht dient dazu, den Kontakt des Kindes zu den Personen, die ihm besonders nahe stehen, aufrecht zu erhalten und zu fördern. Das Umgangsrecht gibt dem Berechtigten in erster Linie die Befugnis, das Kind in regelmäßigen Abständen zu sehen und zu sprechen. Zum Umgang gehört neben den persönlichen Begegnungen auch Brief- und Telefonkontakt.

Es ist die Aufgabe der Eltern, den Umgang des Kindes einver­ständlich nach den Bedürf­nissen des Kindes zu regeln und möglichst spannungs- und konfliktfrei zu gestalten. Sie können hierzu die Hilfe des Jugendamts oder von Beratungs­stellen in Anspruch nehmen. Zum Umgang gehört neben den persön­lichen Begeg­nungen auch der Brief-, E-Mail- und Telefon­kontakt.

Kommt es zwischen den Eltern zu Streit über den Umfang und die Ausübung des Umgangs­rechts, so entscheidet das Famili­en­ge­richt auf Antrag eines Eltern­teils, wann und wie viel Zeit der andere Elternteil mit dem Kind verbringen darf. In Ausnah­me­fällen kann das Gericht einen beglei­tenden Umgang, bei dem der Umgang mit dem Kind nur in Anwesenheit eines Dritten statt­findet, anordnen. In einem gericht­lichen Beschluss wird – soweit ein Konsens vorher nicht erzielt werden konnte – für alle Betei­ligten verbindlich eine Umgangs­re­gelung festgelegt, die einge­halten werden muss. Halten sich die Eltern nicht an den Beschluss, kann das Gericht Zwangs­maß­nahmen ergreifen und Ordnungs­strafen verhängen.

Es haben sich verschiedene Betreu­ungs­mo­delle heraus­ge­bildet, die je nach konkreter Situation der Familien Inhalt einer – auch gericht­lichen – Umgangs­re­gelung sein können.

Für Kinder im Schul­kin­dalter kommt ein regel­mä­ßiger Umgang, meist an einem Nachmittag unter der Woche und an jedem zweiten Woche­nende von Freitag bis Sonntag, sowie während eines Teils – häufig der Hälfte – der Ferien sowie an einzelnen Feier­tagen in Betracht. Dabei kommt es sehr auf den Einzelfall an und wie weit Kind und umgangs­be­rech­tigter Elternteil vonein­ander entfernt wohnen.

Bei Kindern im Kinder­gar­ten­alter kann ein häufi­gerer, aber kürzerer Umgang für das Kindeswohl besser sein.

Das sog. Wechselm­odell sieht eine Betreuung des Kindes durch beide Eltern­teile zu grds. gleichen Teilen vor. Die Eltern betreuen das Kind dann z. B. im wöchent­lichen Wechsel oder an einzelnen Tagen. Dieses Modell wird aller­dings von den Gerichten in der Regel nicht gegen den Willen eines Eltern­teils oder gegen den Willen des Kindes angeordnet. Das Modell eignet sich nämlich nicht für hoch zerstrittene Eltern, da es voraus­setzt, dass die Eltern sich ständig über die Belange des Kindes austau­schen und mitein­ander koope­rieren.